NDL vs LED: 5 Unterschiede beim Cannabis Grow sicher erklärt

NDL vs LED (HPS) beim Cannabis Grow im Vergleich

Wer seinen ersten Growroom plant (eine komplette Anleitung dazu findest du im Artikel Growbox einrichten) oder seine Beleuchtung aufrüsten möchte, steht früher oder später vor der gleichen Frage: NDL vs LED – was ist die bessere Wahl? Beide Technologien haben ihre Stärken und Schwächen, und die richtige Entscheidung hängt stark von deinem Setup, deinem Budget und deinen Zielen ab. In diesem Artikel vergleichen wir beide Systeme ehrlich und praxisnah, damit du weißt, worauf du dich einlässt. Alle weiteren Diagnosetipps und Anbauprobleme findest du in der Diagnose-Übersicht von PlantClue.

NDL vs LED: Die Grundlagen beider Technologien

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Detailvergleich Natriumdampflampe und LED-Platine
Anders als die kompakte, effiziente LED-Platine arbeitet die HPS-Lampe mit einer Natriumdampf-Entladung, die deutlich mehr Wärme und Strom benötigt.

HPS steht für High Pressure Sodium, also Hochdruck-Natriumdampflampe, im Deutschen kurz NDL genannt. Wenn Grower hierzulande NDL vs LED vergleichen, meinen sie genau diese beiden Systeme. Diese Technologie ist seit Jahrzehnten der Standard im professionellen und semiprofessionellen Cannabisanbau. Eine HPS-Lampe erzeugt intensives, orangegelbes Licht mit einem Spektrum, das besonders für die Blütephase geeignet ist. Viele erfahrene Grower schwören noch immer auf HPS, weil die Ergebnisse verlässlich und die Technik ausgereift ist.

LED steht für Light Emitting Diode. Moderne Grow-LEDs sind keine billigen Baumarkt-Leisten mehr, sondern hochentwickelte Full-Spectrum-Leuchten, die das Sonnenspektrum sehr präzise nachahmen können. Die Technologie hat in den letzten fünf Jahren enorme Fortschritte gemacht. Hochwertige LEDs von Marken wie Spider Farmer, Mars Hydro, Gavita oder dem Schweizer Hersteller F.O.G. liefern heute Ergebnisse, die mit HPS problemlos mithalten können – und in vielen Fällen sogar besser sind.

  • HPS: bewährte Technologie, günstige Anschaffung, starke Lichtausbeute
  • LED: modernes Spektrum, geringerer Stromverbrauch, weniger Abwärme
  • Beide Systeme werden aktiv von professionellen Growern eingesetzt
  • Die Wahl hängt von Raumgröße, Budget und Erfahrung ab

Stromverbrauch und Betriebskosten im direkten Vergleich

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Stromverbrauch im Vergleich
Beim Stromverbrauch liegt LED klar vorn: HPS-Lampen benötigen für dieselbe Lichtleistung deutlich mehr Watt und treiben so die Stromkosten in die Höhe.

Beim Stromverbrauch ist die Sache eindeutig: Eine 600-Watt-HPS-Lampe zieht tatsächlich rund 660 Watt aus der Steckdose, wenn man Vorschaltgerät und Zubehör einrechnet. Eine gleichwertige LED-Lampe kommt oft mit 300 bis 400 Watt aus und liefert dabei eine vergleichbare oder sogar höhere PPFD-Lichtintensität. Bei einem Grow mit 18 Stunden Licht in der Wachstumsphase macht das über einen Monat einen erheblichen Unterschied auf der Stromrechnung. Bei einem Strompreis von 0,35 Euro pro Kilowattstunde kannst du mit einer guten LED gegenüber HPS monatlich 15 bis 25 Euro pro Lampe einsparen.

Langfristig rechnet sich eine hochwertige LED trotz des höheren Anschaffungspreises meist nach zwei bis drei Ernten. HPS-Leuchtmittel müssen regelmäßig gewechselt werden, da ihre Lichtleistung nach 10.000 bis 15.000 Betriebsstunden deutlich nachlässt. LED-Dioden halten dagegen oft 50.000 Stunden und länger. Wer also langfristig plant, fährt mit LED in der Gesamtrechnung günstiger.

  • HPS 600W zieht real ca. 660W inkl. Vorschaltgerät
  • Gleichwertige LED kommt mit 300–400W aus
  • LED spart ca. 40–50% Strom gegenüber HPS
  • LED-Dioden halten bis zu 50.000 Stunden
  • HPS-Leuchtmittel nach 10.000–15.000h deutlich schwächer
  • Amortisation einer LED nach 2–3 Ernten bei regelmäßigem Betrieb

Wärmeentwicklung: Warum HPS deinen Grow komplizierter macht

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Wärmeentwicklung im Growroom
HPS-Lampen strahlen viel mehr Abwärme ab als LED – das macht eine leistungsstärkere Abluft nötig und erschwert die Temperaturkontrolle im Zelt.

Ein massiver Nachteil von HPS ist die extreme Wärmeentwicklung. Eine 600-Watt-HPS-Lampe erzeugt so viel Strahlungswärme, dass du im Sommer in einem kleinen Grow ohne aktive Kühlung schnell Temperaturen von 35 Grad Celsius und mehr erreichst. Hitzestress bei Cannabis führt zu eingerollten Blättern, verlangsamtem Wachstum und kann sogar die Ernte ruinieren. Du brauchst also nicht nur die Lampe, sondern auch eine leistungsfähige Klimaanlage oder zumindest eine starke Belüftung – was wieder mehr Strom und mehr Kosten bedeutet.

LED erzeugt deutlich weniger Strahlungswärme. Die Abwärme entsteht zwar auch, wird aber meist über Kühlkörper oder eingebaute Lüfter abgeleitet, ohne die Raumtemperatur so stark zu beeinflussen. Im Sommer kann das den Unterschied machen zwischen einem funktionierenden Grow und einer Katastrophe. Im Winter hingegen kann die Wärme einer HPS sogar nützlich sein, um den Raum warm zu halten. Dieser Punkt ist also stark saisonabhängig.

  • HPS erzeugt starke Strahlungswärme im Canopy
  • Temperaturen über 28°C verursachen Hitzestress bei Cannabis
  • LED gibt weniger direkte Wärme ab, Abwärme über Kühlkörper
  • HPS kann im Winter als Heizung nützlich sein
  • LED-Grows benötigen weniger Klimatisierung im Sommer

Lichtspektrum und Pflanzenentwicklung: Was brauchen Cannabis-Pflanzen wirklich?

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Lichtspektrum im Vergleich
Modernes Vollspektrum-LED deckt das komplette Lichtspektrum ab, während klassisches HPS-Licht orangelastig ist und blaue Wellenlängen kaum liefert.

Cannabis benötigt in verschiedenen Wachstumsphasen unterschiedliche Lichtspektren. In der Vegetationsphase profitieren Pflanzen von mehr Blauanteil (400–500 nm), der kompaktes, gesundes Wachstum fördert. In der Blütephase sind Rotanteile (600–700 nm) besonders wichtig für die Blütenentwicklung. Moderne Full-Spectrum-LEDs decken den gesamten Bereich von UV über Blau, Grün und Rot bis hin zu Infrarot ab. Einige Modelle lassen sich sogar per App dimmen oder auf Veg- und Bloom-Modus umschalten.

HPS liefert ein sehr starkes Rotspektrum, das für die Blüte hervorragend geeignet ist. Viele Grower setzen deshalb in der Vegetationsphase auf MH (Metallhalogenid) und wechseln für die Blüte auf HPS – was zwei separate Lampen bedeutet. LEDs übernehmen beide Phasen in einem Gerät, was den Aufwand und die Investitionskosten reduziert. Gut zu wissen: Ein ausgewogenes Lichtspektrum ist auch entscheidend dafür, dass Mangelerscheinungen und Nährstoffprobleme korrekt sichtbar werden. Wenn du unter orangenem HPS-Licht arbeitest, können gelbe Blätter und andere Symptome schwerer zu erkennen sein als unter weißem LED-Licht.

  • Cannabis braucht Blau (400–500 nm) in der Veg-Phase
  • Rot (600–700 nm) fördert Blütenentwicklung
  • Full-Spectrum-LED deckt alle relevanten Wellenlängen ab
  • HPS optimal für Blüte, schwächer in der Veg-Phase
  • Kombination MH + HPS kostspielig und aufwendig
  • Unter weißem LED-Licht sind Pflanzensymptome leichter erkennbar

NDL vs LED: Ertrag und Qualität im Vergleich

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Ertragsvergleich im Growzelt
In Vergleichsstudien liefern moderne LED-Systeme bei richtiger Einstellung einen mindestens ebenbürtigen Ertrag wie HPS – bei deutlich weniger Energieverbrauch.

Die entscheidende Frage für die meisten Grower ist: Welche Lampe bringt mehr Ertrag und bessere Qualität? Die ehrliche Antwort lautet: Bei gleicher PPFD-Lichtintensität (Photonenflussdichte) ist der Unterschied im Trockengewicht minimal. Entscheidend ist nicht die Lampentype an sich, sondern wie viel verwertbares Licht tatsächlich bei der Pflanze ankommt. Eine hochwertige LED von 500 Watt kann problemlos mit einer 600-Watt-HPS mithalten oder sie übertreffen. Eine wissenschaftliche Vergleichsstudie an Gewächshauskulturen bestätigt: Der Ertragsunterschied zwischen LED und HPS hängt stärker vom Lichtspektrum und der Anwendungsdauer ab als von der reinen Wattzahl — pauschale Aussagen wie „LED ist immer besser“ halten der Forschung nicht stand.

Qualitativ zeigen LED-Grows oft überraschende Vorteile: Da weniger Hitzestress entsteht, können die Pflanzen entspannter wachsen und höhere Terpien- und Cannabinoidgehalte entwickeln. Außerdem lässt sich der Abstand zwischen Lampe und Canopy bei LED oft besser kontrollieren, was zu gleichmäßigerer Beleuchtung führt. Achte dabei immer auf den richtigen Lampenabstand – zu nahe kann auch mit LED zur Lichtverbrennung führen, die du auf Symptome der Cannabis Lichtverbrennung prüfen solltest.

  • Gleiche PPFD = vergleichbarer Ertrag bei beiden Technologien
  • Hochwertige LED kann 600W HPS im Ertrag übertreffen
  • Weniger Hitzestress fördert Terpen- und Cannabinoidbildung
  • LED ermöglicht bessere Kontrolle des Lampenabstands
  • Qualitätsgünstiger LED oft schlechter als gute HPS

Anschaffungskosten und Einstieg: Was kostet dich welches System?

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Anschaffungskosten im Vergleich
HPS-Systeme sind in der Anschaffung günstiger, LED amortisiert sich aber durch die niedrigeren Stromkosten meist schon nach wenigen Grow-Zyklen.

Im Bereich Anschaffungskosten hat HPS einen klaren Vorteil: Ein komplettes 600-Watt-HPS-Set inklusive Vorschaltgerät und Reflektor ist bereits ab 80 bis 150 Euro erhältlich. Eine vergleichbar leistungsstarke LED kostet je nach Marke und Qualität zwischen 200 und 600 Euro. Für Einsteiger mit kleinem Budget kann HPS deshalb der sinnvollere Einstieg sein – besonders wenn der Grow nur für ein oder zwei Zyklen geplant ist.

Wer langfristig denkt, sollte die Gesamtkosten über zwei bis drei Jahre kalkulieren. Stromkosten, Leuchtmittelwechsel bei HPS, Klimatisierung und eventuelle Ernteverluste durch Hitzestress gehören in diese Rechnung. Dann verschiebt sich das Bild deutlich zugunsten von LED. Unser Tipp: Kaufe niemals die billigste LED auf dem Markt. Minderwertige Dioden liefern das beworbene Spektrum nicht und die PPFD-Werte werden oft massiv übertrieben. Setze auf Marken mit verifizierten Messwerten und Garantie; passende Modelle für 60er bis 120er Zelte vergleichen wir im LED Grow Lampe Vergleich.

  • HPS-Set 600W ab ca. 80–150 Euro erhältlich
  • Hochwertige LED kostet 200–600 Euro
  • HPS günstiger beim Einstieg, LED günstiger langfristig
  • Billig-LEDs: PPFD-Angaben oft übertrieben
  • Empfehlung: auf Markenhersteller mit Messprotokollen setzen

NDL vs LED: Für wen ist welches System die richtige Wahl?

NDL vs LED beim Cannabis Grow – Entscheidungshilfe für Einsteiger und Fortgeschrittene
Einsteiger mit kleinem Budget fahren oft günstiger mit HPS, während Langzeitgrower mit LED langfristig sparen und mehr Kontrolle über das Lichtspektrum haben.

HPS ist ideal für dich, wenn du mit einem kleinen Budget einsteigst, bereits eine gute Belüftung und Klimatisierung hast und die bewährte Technologie schätzt. Auch wenn du in einem kühlen Raum oder im Winter growst, kann die Abwärme von HPS sogar nützlich sein. Viele erfahrene Grower wechseln erst dann auf LED, wenn ihre HPS-Ausrüstung das Ende ihres Lebenszyklusses erreicht.

LED ist die bessere Wahl, wenn du langfristig planst, Strom sparen möchtest, in einem warmen Raum oder im Sommer growst oder die bestmögliche Kontrolle über das Lichtspektrum haben willst. Für Grower, die Wert auf optimale Pflanzengesundheit legen und häufige Mangelerscheinungen vermeiden wollen, empfehlen wir den Wechsel auf eine hochwertige Full-Spectrum-LED. Denk daran: Auch das beste Licht bringt nichts, wenn der pH-Wert nicht stimmt – prüfe regelmäßig den pH-Wert deiner Nährlösung oder deines Substrats, damit deine Pflanzen die Nährstoffe überhaupt aufnehmen können. Und damit dein Grow von Anfang an auf stabilen Beinen steht, lohnt sich ein Blick in den Cannabis Indoor Anbau Anfänger-Guide.

  • HPS: ideal für Einsteiger, kühle Räume, kleines Budget
  • LED: ideal für Langzeitgrower, warme Räume, Qualitätsfokus
  • HPS-Abwärme im Winter als Heizung nützlich
  • LED gibt mehr Kontrolle über Spektrum und Lichtintensität
  • Beide Systeme funktionieren – Qualität des Produkts entscheidet

Umstieg von HPS auf LED: Worauf du achten solltest

Beim Wechsel von HPS auf LED tauschst du nicht nur die Lampe, sondern veränderst auch das Mikroklima im Zelt. HPS gibt viel Infrarotwärme an die Pflanzen ab, die Blätter sind dadurch oft 2 bis 4 °C wärmer als die Raumluft. Unter LED liegt die Blatttemperatur dagegen eher etwas unter der Raumtemperatur, weil die Lampe kaum Infrarot abgibt. So beschreiben es auch Herstellerunterlagen wie der Katalog von F.O.G. Daraus ergeben sich vier typische Stolperstellen:

  • Weniger Wasserbedarf: Kühlere Blätter verdunsten weniger, die Pflanzen trinken langsamer. Überwässerung ist deshalb ein typischer Fehler nach dem Umstieg. Gieße anfangs sparsamer und lass das Substrat abtrocknen, mehr dazu in unserem Ratgeber Cannabis überwässert: was tun.
  • Etwas wärmerer Raum: Weil die Lampe die Blätter weniger aufheizt, kann eine leicht höhere Raumtemperatur sinnvoll sein. F.O.G. nennt als Richtwert 27 °C am Tag und 21 °C in der Nacht. Wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammenspielen, erklären unsere Ratgeber zur Temperatur und zur Luftfeuchtigkeit.
  • Mehr Nährstoffbedarf bei starken LEDs: Eine kräftige LED liefert oft deutlich mehr Lichtenergie als die alte HPS. Die Pflanzen wachsen dann schneller und brauchen mehr Nährstoffe. Erhöhe die Düngung in kleinen Schritten (F.O.G. nennt 0,2 EC), statt sofort stark nachzulegen, sonst droht Überdüngung.
  • Lichtstress erkennen: Trockene, braune Blattränder oder Blätter, die von Dunkelgrün über Hellgrün bis Gelb verfärben, können auf zu viel Licht hindeuten. Hilft mehr Dünger nicht gegen gelbe Blätter, ist oft die Lichtmenge zu hoch. Dimme die Lampe oder erhöhe den Abstand, und miss die Intensität am besten mit einem PPFD-Messgerät (PPFD Cannabis Lichtmessung).

Das sind Richtwerte, keine festen Regeln. Jede LED strahlt anders ab, taste dich deshalb langsam heran und beobachte deine Pflanzen genau.

UVB-Zusatzlicht: Was die Forschung zeigt

UVB-Licht wird als zusätzliches Lichtsystem neben deinem Hauptlicht gegen Mehltau erforscht, nicht als Ersatz dafür. In anderen Kulturen ist die Datenlage gut: Forschende in Norwegen senkten den Mehltaubefall an Gewächshausrosen durch kurze tägliche UVB-Gaben von Minuten bis etwa einer Stunde um mehr als 90 % (Suthaparan et al. 2012). Bei Erdbeeren und Rosmarin lag die Reduktion bei 90 bis 99 %, wenn UVB nachts in kurzen Gaben angewendet wurde (Suthaparan et al. 2016). Das UVB wirkt dabei direkt auf den Pilz, nicht über die Pflanze. Ein Übersichtsartikel von 2021 bestätigt den positiven Effekt auf die Krankheitsresistenz bei vielen Pflanzenarten, betont aber, dass es keinen Konsens über die beste Anwendung gibt: Lichtquelle, Dosis, Tageszeit und Dauer beeinflussen das Ergebnis stark.

Bei Cannabis ist die Datenlage dünn. Die Mehltau-Daten, die wir dazu gefunden haben, stammen aus zwei Abschlussarbeiten, die der Schweizer LED-Hersteller F.O.G. – Future of Grow aus Aigle in Auftrag gegeben hat. Eine Masterarbeit der Berner Fachhochschule (BFH/HAFL) von André Wêndabo Kientega, betreut von Dr. Fabio Mascher, kam bei Mehltau an Gurken im Gewächshaus auf 84,6 % gesunde Blätter unter UVB allein, statistisch nicht von der Schwefel-Vergleichsgruppe (96,3 %) zu unterscheiden. Die Kombination aus UVB und halbierter Schwefelmenge erreichte 100 % gesunde Blätter. Eine frühere Bachelorarbeit an der HEPIA Genf (2023, gleicher Autor), bei der F.O.G. als Forschungspartner genannt wird, testete UVB an Erdbeeren und Cannabis. Bei Cannabis blieben 90 % der Pflanzen mehltaufrei (statistisch nicht zu unterscheiden vom Vergleichspräparat Armicarb), 80 % der Pflanzen zeigten an der Triebspitze keinen Spinnmilbenbefall. Beide Arbeiten entstanden unter Hochschulbetreuung, sind aber nicht peer-reviewed und keine unabhängige Forschung. Die genaue Dosierung ist Geschäftsgeheimnis von F.O.G., eine Anleitung zum Nachbauen liefern sie deshalb nicht.

Vorsicht bei Versprechen zu Ertrag und Wirkstoffen: In einer unabhängigen Studie in Frontiers in Plant Science (2021) wurden zwei Cannabis-Sorten in der Blüte 60 Tage lang täglich 3,5 Stunden mit UVB bestrahlt. Ertrag und Cannabinoidgehalt stiegen dadurch nicht, der Terpengehalt sank um 24 bis 41 %, und die Pflanzen zeigten Stress wie Blattrollen und geringere Photosynthese. Die Autoren sehen keine kommerziell relevanten Vorteile.

Was das für dich heißt: UVB ist ein vielversprechender Zusatzbaustein gegen Mehltau, aber noch kein etabliertes Standardverfahren für den Heimanbau. Wichtig für die Praxis: UVB-Licht ist für Augen und Haut gefährlich und darf nicht ohne Augen- und Hautschutz verwendet werden. Mehr hilft dabei nicht mehr, denn die erfolgreichen Studien arbeiten mit kurzen, kontrollierten Gaben, während lange tägliche Bestrahlung die Pflanzen im Test gestresst hat. Ohne verlässliche Dosierungsangaben solltest du UVB nicht auf eigene Faust improvisieren. UVB-Leuchten für den Gartenbau gibt es von mehreren Herstellern; einen herstellerneutralen Überblick über gängige UV- und UVB-Zusatzleuchten findest du in unserem UV-Lampe-Vergleich. F.O.G. gibt an, Leuchten anzubieten, die auf Grundlage der eigenen Forschung mit der HEPIA Genf entwickelt wurden, und das Verfahren bereits in Gartenbau-Projekten einzusetzen. Das sind Herstellerangaben, die wir nicht überprüft haben. Der Ansatz ist interessant, und wir freuen uns über Erfahrungsberichte von Lesern, die solche Leuchten bereits einsetzen. Wer aktuell akut mit Mehltau kämpft, findet in unserem Ratgeber Mehltau Cannabis erkennen und bekämpfen die bewährten Sofortmaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Ist LED oder HPS besser für Anfänger im Cannabis Grow?

Beide Systeme sind für Anfänger geeignet. HPS ist günstiger in der Anschaffung und einfach zu bedienen, erzeugt aber mehr Wärme, die du kontrollieren musst. Eine hochwertige LED ist teurer, spart aber Strom und macht die Temperaturregulierung einfacher. Wenn dein Budget es erlaubt, empfehlen wir Anfängern eine gute Marken-LED ab 250 Euro.

Wie viel Strom spart LED gegenüber HPS?

Im Durchschnitt spart eine gleichwertige LED gegenüber HPS etwa 40 bis 50 Prozent Strom. Eine 600-Watt-HPS zieht real rund 660 Watt, während eine vergleichbare LED mit 300 bis 400 Watt auskommt. Bei einem 12/12-Lichtzyklus in der Blüte und einem Strompreis von 0,35 Euro pro Kilowattstunde spart das pro Lampe und Monat etwa 15 bis 25 Euro.

Gibt es Qualitätsunterschiede im Ertrag zwischen LED und HPS?

Bei gleicher PPFD-Lichtintensität sind die Ertragsunterschiede minimal. Hochwertige LEDs erzielen oft sogar höhere Qualität, da weniger Hitzestress die Terpien- und Cannabinoidbildung fördert. Billig-LEDs hingegen können deutlich schlechtere Ergebnisse liefern als eine solide HPS-Anlage.

Kann ich mein HPS-System auf LED umrüsten?

Ja, der Wechsel von HPS auf LED ist jederzeit möglich. Beachte dabei, dass du den Lampenabstand anpassen musst, da LEDs anders abstrahlen als HPS. In den ersten Tagen nach dem Wechsel solltest du die Pflanzen genau beobachten und den Abstand schrittweise optimieren, um Lichtverbrennung oder Lichtmangel zu vermeiden.

Was ist PPFD und warum ist das wichtiger als die Wattzahl?

PPFD steht für Photosynthetic Photon Flux Density und gibt an, wie viele Lichtteilchen (Photonen) pro Sekunde und Quadratzentimeter auf die Pflanze treffen. Cannabis benötigt in der Blüte typischerweise 600 bis 1000 µmol/m²/s. Wattzahl allein sagt nichts über die Effizienz der Lampe aus – eine 300-Watt-LED mit guter PPFD kann eine 600-Watt-HPS übertreffen.

Welche LED-Marken sind empfehlenswert für Cannabis?

Bewährte Marken mit verifizierten Messwerten sind Spider Farmer, Mars Hydro, HLG (Horticulture Lighting Group), Lumatek und Gavita. Achte auf Modelle mit Samsung LM301B oder LM301H Dioden und unabhängig veröffentlichten PPFD-Maps. Kaufe keine Lampen ohne nachprüfbare technische Angaben.

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Fazit

Im direkten Vergleich NDL vs LED gibt es keinen universellen Gewinner – es kommt auf deine individuelle Situation an. HPS bleibt eine solide, günstige Wahl für Einsteiger und Grower in kühlen Räumen, während hochwertige LEDs langfristig die wirtschaftlichere und technisch überlegene Option darstellen. Entscheidend ist nicht die Lampentype, sondern die Qualität des Produkts und die korrekte Handhabung. Egal für welches System du dich entscheidest: Behalte immer auch pH-Wert, Nährstoffversorgung und Bewässerung im Blick, denn selbst die beste Lampe rettet keine Pflanze, die unter vermeidbaren Stressfaktoren leidet.

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