Cannabis Stammfäule ist eines der gefährlichsten Probleme, das dir im Grow begegnen kann, denn sie greift direkt die Wasser- und Nährstoffversorgung der gesamten Pflanze an. Wird die sogenannte Stängelfäule nicht rechtzeitig erkannt, kann sie innerhalb weniger Tage zum vollständigen Absterben deiner Pflanze führen. In diesem Artikel erfährst du, woran du Cannabis Stammfäule zuverlässig erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wie du jetzt richtig reagierst, um deine Ernte noch zu retten.

Was ist Cannabis Stammfäule und wie entsteht sie?

Cannabis Stammfäule, auch Stängelfäule genannt, ist eine Erkrankung durch Pilze und pilzähnliche Erreger, die den Haupttrieb oder die Seitenäste deiner Pflanze befällt. Pythium zählt botanisch nicht zu den echten Pilzen, sondern zu den Eipilzen (Oomyceten). Meist sind Erreger wie Fusarium, Pythium oder Botrytis (Grauschimmel) für die Fäulnis am Stamm verantwortlich. Diese Pilze dringen über Verletzungen, Schnittstellen oder direkt über feuchte Erde in das Pflanzengewebe ein und zerstören von innen heraus die Leitbahnen, über die Wasser und Nährstoffe transportiert werden.
Besonders tückisch an der Stammfäule ist, dass sie sich oft im Verborgenen entwickelt, bevor äußere Symptome sichtbar werden. Ist der Stängel erst einmal großflächig befallen, kann die Pflanze die betroffenen Bereiche nicht mehr abriegeln und der Fäulnisprozess breitet sich rasant weiter aus. Anders als viele Nährstoffprobleme, die sich über Wochen langsam entwickeln, kann Cannabis Stammfäule innerhalb weniger Tage von ersten Anzeichen bis zum kompletten Pflanzenausfall führen.
- Hauptverursacher sind Fusarium, Pythium und Botrytis cinerea (Grauschimmel)
- Pilzsporen befinden sich häufig bereits im Substrat oder in der Luft
- Eintrittspforten sind meist Verletzungen durch Training oder Schädlinge
- Feuchtigkeit und schlechte Belüftung begünstigen das Wachstum enorm
Symptome der Cannabis Stammfäule sicher erkennen

Um Cannabis Stammfäule frühzeitig zu erkennen, solltest du deine Pflanzen regelmäßig auf Veränderungen am Stängel untersuchen. Das erste und deutlichste Anzeichen ist eine dunkle, oft braune bis schwärzliche Verfärbung am Stamm, die sich meist ringförmig um den Stängel ausbreitet. Diese Stelle fühlt sich weich und wässrig an, im Gegensatz zum gesunden, festen Gewebe darüber und darunter.
Ein weiteres deutliches Warnsignal ist plötzliches Welken einzelner Zweige oder der gesamten Pflanze, obwohl das Substrat ausreichend feucht ist. Da die Fäulnis die Wasserversorgung unterbricht, welken die Blätter oberhalb der befallenen Stelle, selbst wenn die Wurzeln völlig gesund sind. Häufig kannst du zudem einen unangenehmen, modrigen Geruch an der betroffenen Stelle wahrnehmen, der auf die Zersetzung des Pflanzengewebes hinweist.
- Dunkle, ringförmige Verfärbung am Stängel, oft in Bodennähe
- Weiches, eingesunkenes oder schleimiges Gewebe an der befallenen Stelle
- Plötzliches Welken trotz ausreichender Bewässerung
- Modriger, fauliger Geruch an der Läsion
- Teilweise sichtbare weiße oder graue Pilzfäden an fortgeschrittenen Stellen
Die häufigsten Ursachen für Stängelfäule

Die Hauptursache für Cannabis Stammfäule ist fast immer eine Kombination aus zu hoher Feuchtigkeit und mangelnder Luftzirkulation. Wird der Stängel oder die Erde direkt am Stamm dauerhaft feucht gehalten, etwa durch Überwässerung oder Spritzwasser beim Gießen, entsteht ein ideales Milieu für Pilzsporen. Auch eine zu dichte Bepflanzung ohne ausreichende Belüftung sorgt dafür, dass Feuchtigkeit am unteren Pflanzenbereich nicht abtrocknen kann. Wie stark gerade Botrytis von stehender Feuchte und Wunden profitiert, beschreibt die Royal Horticultural Society zu Grauschimmel.
Eine weitere häufige Ursache sind mechanische Verletzungen am Stamm, die durch aggressive Trainingsmethoden wie Low Stress Training, Topping oder unvorsichtiges Umtopfen entstehen. Über diese offenen Wunden können Pilzsporen besonders leicht eindringen. Auch Schädlinge wie Trauermücken oder deren Larven können durch Fraßschäden am Stängel zusätzliche Eintrittspforten schaffen, die das Infektionsrisiko erhöhen.
- Überwässerung und dauerhaft nasses Substrat im Wurzelbereich
- Zu geringer Abstand zwischen Pflanzen und schlechte Luftzirkulation
- Verletzungen durch Training, Topping oder unsachgemäßes Umtopfen
- Vorschäden durch Schädlingsfraß, etwa durch Trauermücken-Larven
- Kontaminiertes Substrat oder wiederverwendete, ungereinigte Töpfe
Sofortmaßnahmen bei erkannter Stammfäule

Sobald du Anzeichen von Cannabis Stammfäule entdeckst, zählt jede Stunde. Als ersten Schritt solltest du die Bewässerung sofort reduzieren und das Substrat abtrocknen lassen, um dem Pilz die feuchte Grundlage zu entziehen. Prüfe außerdem, ob der Topf ausreichend Drainage bietet, denn stehende Nässe im Wurzelbereich verstärkt das Problem zusätzlich.
Bei leichtem bis mittlerem Befall kannst du versuchen, das infizierte Gewebe mit einem sterilisierten, scharfen Messer großzügig herauszuschneiden, bis nur noch gesundes, festes Gewebe sichtbar ist. Behandle die Schnittstelle anschließend mit einem fungiziden Mittel auf Kupferbasis oder mit Zimtpulver, dem eine leicht pilzhemmende Wirkung zugeschrieben wird. In der Blüte verzichtest du besser auf Kupfermittel, damit keine Rückstände in die Buds gelangen. Ist der Stamm bereits vollständig durchfault oder die Pflanze zeigt starkes Welken über der gesamten Läsion, ist die Rettung oft nicht mehr möglich und die Pflanze sollte entfernt werden, um eine Ausbreitung auf Nachbarpflanzen zu verhindern.
- Bewässerung sofort reduzieren und Substrat abtrocknen lassen
- Betroffenes Gewebe mit sterilem Werkzeug großzügig entfernen
- Schnittstellen mit Kupferfungizid oder Zimtpulver behandeln
- Luftzirkulation durch zusätzliche Ventilatoren sofort verbessern
- Bei vollständigem Befall die Pflanze isolieren oder entsorgen
Stammfäule langfristig vorbeugen

Die beste Strategie gegen Cannabis Stammfäule ist konsequente Prävention, denn ist die Fäulnis erst einmal fortgeschritten, lässt sich meist wenig retten. Achte darauf, deine Gießintervalle am tatsächlichen Wasserbedarf der Pflanze auszurichten und lasse das Substrat zwischen den Wassergaben immer leicht antrocknen. Eine gute Drainage im Topf, etwa durch beigemischtes Perlite, verhindert Staunässe im Wurzelbereich zuverlässig.
Sorge zudem für ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen und einen konstanten Luftstrom, damit Feuchtigkeit am unteren Stängelbereich schnell abtrocknen kann. Wenn du Trainingstechniken wie Topping oder Fixierungen anwendest, arbeite stets mit desinfiziertem Werkzeug und behandle größere Schnittstellen vorsorglich. Auch die Kontrolle auf Schädlinge sollte fester Bestandteil deiner Routine sein, da viele Schädlinge indirekt Eintrittspforten für Pilzerreger schaffen – etwa Schildläuse, die mit ihren Saugstellen direkt an Stängeln und Trieben sitzen.
- Gießrhythmus an Substrattrockenheit statt festen Zeitplan anpassen
- Perlite oder Drainage-Material für bessere Durchlüftung nutzen
- Ausreichend Pflanzenabstand und aktive Umluft sicherstellen
- Werkzeuge vor jedem Trainingsschnitt gründlich desinfizieren
- Regelmäßige Schädlingskontrollen als Teil der Pflegeroutine etablieren
Häufig gestellte Fragen
Kann eine Pflanze Cannabis Stammfäule überleben?
Ja, bei frühzeitiger Erkennung und sofortigem Herausschneiden des infizierten Gewebes kann sich die Pflanze erholen, besonders wenn nur ein kleiner Bereich betroffen ist. Ist der Stamm jedoch komplett umschlossen oder das Gewebe großflächig zersetzt, ist eine Rettung meist nicht mehr möglich.
Wie unterscheidet sich Stammfäule von normalem Wassermangel?
Bei Wassermangel welkt die gesamte Pflanze gleichmäßig und erholt sich nach dem Gießen wieder. Bei Stammfäule bleibt das Substrat oft feucht, dennoch welken einzelne Triebe oberhalb einer sichtbaren dunklen, weichen Stelle am Stängel, da die Wasserleitbahnen unterbrochen sind.
Welche Pilze verursachen am häufigsten Stängelfäule bei Cannabis?
Am häufigsten sind Fusarium, Pythium und Botrytis cinerea (Grauschimmel) verantwortlich. Alle drei Erreger bevorzugen feuchte, schlecht belüftete Bedingungen und dringen meist über Verletzungen oder direkt über das Substrat in die Pflanze ein.
Was ist Sclerotinia (Weißstängeligkeit) bei Cannabis?
Deutlich seltener, aber ernster ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), im deutschsprachigen Raum auch als Hanfkrebs bekannt. Sie betrifft vor allem Outdoor-Pflanzen bei feuchtkühler Witterung im Spätsommer und Herbst. Kennzeichnend ist ein watteartiger, weißer Pilzrasen am Stängel, in dessen markigem Innerem sich harte, schwarze Dauerkörper (Sklerotien) bilden. Der Pilz unterbricht den Wassertransport, sodass Triebe oberhalb der Befallsstelle plötzlich welken und absterben, obwohl der Wurzelballen noch feucht ist.
Befallene Stängelabschnitte solltest du großzügig herausschneiden und über den Hausmüll entsorgen statt zu kompostieren, denn die Sklerotien überdauern mehrere Jahre im Boden und keimen bei erneuter feuchter Kühle wieder aus.
Kann sich Stammfäule auf andere Pflanzen im Grow ausbreiten?
Ja, insbesondere Pilzsporen können über Spritzwasser, Werkzeuge oder Luftzirkulation auf benachbarte Pflanzen übertragen werden. Deshalb solltest du befallene Pflanzen isolieren und Werkzeuge nach jedem Kontakt desinfizieren.
Sollte ich einen angefaulten Stamm zusätzlich abstützen?
Ja, sobald die befallene Stelle einen größeren Teil des Stängelumfangs einnimmt, ist die Standfestigkeit der Pflanze gefährdet. Stütze den Stamm mit ein bis zwei Pflanzstäben ab und fixiere ihn locker mit weichem Bindematerial, damit das geschwächte Gewebe nicht unter dem eigenen Gewicht abknickt. Entferne die Stützen erst wieder, wenn die Wunde vollständig verheilt und das umliegende Gewebe fest ist.
Fazit
Cannabis Stammfäule ist eine ernstzunehmende Bedrohung, die durch die Kombination aus Feuchtigkeit, schlechter Belüftung und Verletzungen am Stängel entsteht. Wer regelmäßig den Stamm seiner Pflanzen kontrolliert und bei ersten Anzeichen wie dunklen, weichen Stellen sofort reagiert, kann viele Pflanzen noch retten. Langfristig schützt du deinen Grow vor Cannabis Stammfäule am besten durch angepasstes Gießverhalten, gute Luftzirkulation und sauberes Arbeiten bei allen Trainingsmaßnahmen. Weitere Erreger mit ähnlichen Symptomen findest du in der Übersicht zu Pilzkrankheiten und Schimmel bei Cannabis.
