Cannabis riecht nach Heu: 5 Curing-Fehler sofort beheben

Cannabis Heugeruch

Wenn dein Cannabis nach der Ernte nach Heu, frisch gemähtem Gras oder stechendem Chlorophyll riecht, ist das ein untrügliches Zeichen für einen Fehler beim Trocknen oder Curen. Dieser Heugeruch entsteht, wenn das in der Pflanze enthaltene Chlorophyll nicht korrekt abgebaut wird – ein Problem, das leider viele Einsteiger und auch erfahrene Grower betrifft. Cannabis riecht nach Heu vor allem dann, wenn die Trocknungsphase zu schnell abläuft, die Luftfeuchtigkeit falsch eingestellt ist oder die Curing-Dosen zu selten gelüftet werden. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich der Geruch noch retten – vorausgesetzt, du handelst richtig und verstehst, was auf biochemischer Ebene schiefgelaufen ist.

Warum Cannabis nach Heu riecht: Die Biochemie hinter dem Problem

Cannabis riecht nach Heu frische Ernte hoher Chlorophyllgehalt
Frisch geerntete Buds enthalten noch viel Chlorophyll – der Grund für den typischen Heugeruch vor dem Curing.

Frisch geerntetes Cannabis enthält enorme Mengen an Chlorophyll – dem grünen Blattfarbstoff, der für die Photosynthese verantwortlich ist. Chlorophyll ist für die Pflanze überlebenswichtig, für den Konsumenten und Eigenanbauer aber ein Feind der Qualität. Wer sein Cannabis rechtzeitig vor der Ernte spült, senkt den Chlorophyll- und Nährstoffgehalt im Pflanzenmaterial bereits vor der Trocknung und damit das Risiko für Heugeruch. Es verleiht dem Produkt einen stechenden, grasigen oder heuartigen Geruch, der die feinen Terpene vollständig überlagert.

Beim korrekten Trocknen und Curen passiert folgendes: Enzyme in der Pflanze bauen das Chlorophyll langsam und kontrolliert ab. Dieser Abbau braucht Zeit, Sauerstoff in Maßen und eine bestimmte Restfeuchte. Läuft dieser Prozess zu schnell – etwa durch zu hohe Temperaturen oder zu starke Luftzirkulation – wird das Chlorophyll quasi ‚eingefroren‘ und kann nicht mehr ordentlich abgebaut werden. Das Ergebnis ist Cannabis, das selbst nach Wochen noch nach Heu riecht.

Zusätzlich spielen Terpene eine entscheidende Rolle. Diese flüchtigen aromatischen Verbindungen sind für das charakteristische Aroma jeder Sorte verantwortlich – Details zu den wichtigsten Cannabis Terpenen und ihrer Wirkung findest du im Terpen-Überblick. Bei zu schneller Trocknung verdampfen die Terpene, bevor das Chlorophyll abgebaut ist – es bleibt ein leeres, grasiges Aroma übrig. Das Verhältnis von Trocknungsgeschwindigkeit zu Chlorophyll-Abbau ist der Schlüssel zu hochwertigem, aromatischem Cannabis.

  • Chlorophyll verleiht frisch geerntetem Cannabis einen grasigen oder heuartigen Geruch
  • Enzymatischer Abbau von Chlorophyll braucht Zeit, Feuchtigkeit und Sauerstoff
  • Zu schnelle Trocknung stoppt den Chlorophyll-Abbau und ‚friert‘ den Heugeruch ein
  • Terpene verdampfen bei falscher Trocknung, bevor das Chlorophyll verschwunden ist
  • Korrekte Trocknung dauert 10–14 Tage bei 18–21 °C und 55–60 % Luftfeuchtigkeit

Die häufigsten Curing-Fehler, die Cannabis nach Heu riechen lassen

Cannabis riecht nach Heu Curing Fehler Collage
Überfüllte Gefäße, zu starke Ventilation und zu hohe Temperaturen sind die häufigsten Curing-Fehler.

Der häufigste Fehler ist schlicht zu hohe Trocknungstemperatur. Viele Grower trocknen bei 25–30 °C oder sogar noch wärmer – manchmal weil kein separater Trocknungsraum vorhanden ist und die Buds einfach im Grow-Zelt hängen. Bei diesen Temperaturen verdampfen Terpene innerhalb weniger Tage, während das Chlorophyll zurückbleibt. Optimal sind 18–21 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 55–60 %. Kühl und langsam ist die Devise.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist zu starke Luftzirkulation. Ein Ventilator, der direkt auf die hängenden Buds bläst, trocknet die Oberfläche innerhalb von Stunden aus – das Innere der Buds ist aber noch feucht. Außen knochentrocken, innen noch feucht: Das ist ein Rezept für Chlorophyll-Probleme und sogar Schimmel. Luftzirkulation ist wichtig, aber der Airflow sollte die Buds nicht direkt anwehen – nur die Raumluft gleichmäßig verteilen.

Beim Curing selbst passieren ebenfalls typische Fehler. Die Mason Jars werden zu voll gepackt – dadurch zirkuliert keine Luft zwischen den Buds. Die Jars werden zu selten oder gar nicht gelüftet (sogenanntes ‚Burping‘). In den ersten 1–2 Wochen solltest du deine Curing-Dosen mindestens einmal täglich für 15–30 Minuten öffnen. Danach reicht alle 2–3 Tage. Diese regelmäßige Belüftung ermöglicht den weiteren Chlorophyll-Abbau und verhindert Schimmelbildung durch aufgestaute Feuchtigkeit.

Zu früh ins Glas packen ist ebenfalls ein klassischer Anfängerfehler. Wenn die Stiele noch biegsam sind statt zu brechen, und wenn die Außenhülle der Buds noch merklich feucht fühlt, sind die Buds noch nicht bereit für das Curing-Glas. Richtwert: Stiele sollten beim Biegen mit einem hörbaren ‚Knack‘ brechen, die Buds sollten sich trocken anfühlen, aber innen noch Restfeuchtigkeit haben – das Hygrometer sollte 58–62 % RH im Glas anzeigen.

  • Trocknungstemperatur über 21 °C lässt Terpene verdampfen und fixiert Chlorophyll
  • Direkte Belüftung der Buds durch Ventilatoren trocknet die Oberfläche zu schnell aus
  • Zu volle Curing-Jars verhindern ausreichende Luftzirkulation zwischen den Buds
  • Zu seltenes oder ausbleibendes ‚Burping‘ der Curing-Dosen stoppt den Chlorophyll-Abbau
  • Zu frühes Einlegen in Jars bei noch zu hoher Restfeuchte fördert Schimmel und Grasgeruch
  • Fehlende Blattenfernung (Trim) vor der Trocknung – blattreiches Material enthält mehr Chlorophyll

Schritt-für-Schritt: Cannabis mit Heugeruch noch retten

Cannabis riecht nach Heu richtiges Curing Setup
Offene Mason Jars, Hygrometer und ein Notizblock für die Burping-Kontrolle gehören zu einem korrekten Curing-Setup.

Wenn dein Cannabis bereits getrocknet ist und nach Heu riecht, ist die Situation nicht hoffnungslos. Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie lange hängen die Buds schon, und wie trocken sind sie wirklich? Miss die Feuchte im Curing-Glas mit einem kleinen Hygrometer. Werte unter 55 % bedeuten, die Buds sind wahrscheinlich schon zu trocken für einen vollständigen Chlorophyll-Abbau. Werte über 70 % bedeuten Schimmelgefahr.

Für leicht zu trockene Buds (Hygrometer zeigt 55–58 % im Glas) kannst du sogenannte Boveda Packs oder Integra Boost Packs mit 62 % Ziel-Feuchte einlegen. Diese regulieren die Feuchte im Glas automatisch und schaffen wieder optimale Bedingungen für den weiteren Chlorophyll-Abbau. Gleichzeitig beginnst du mit intensivem Burping: Öffne die Jars zwei- bis dreimal täglich für je 30 Minuten. Das dauert mehrere Wochen, zeigt aber oft erstaunliche Ergebnisse.

Bei Buds, die noch weicher sind und eine Feuchte von 62–68 % im Glas zeigen, ist die Situation günstiger. Hier reicht konsequentes tägliches Burping kombiniert mit der richtigen Temperatur (18–20 °C) und Dunkelheit. Licht beschleunigt den Abbau von Terpenen und Cannabinoiden – deine Curing-Dosen gehören in einen dunklen Schrank oder eine Box. Nach 2–4 Wochen konsequenten Curings sollte der Heugeruch merklich nachlassen und der sortenspezifische Terpene-Duft hervorkommen.

Was wirklich nicht mehr zu retten ist: Buds, die bei falscher Lagerung bereits Schimmel angesetzt haben, oder Buds, die so trocken und zerbröselig sind, dass sie keinerlei Restfeuchtigkeit mehr enthalten. In diesen Fällen ist der Chlorophyll-Abbau durch enzymatische Prozesse faktisch zum Stillstand gekommen. Du kannst das Material dann noch für Extrakte oder Aufgüsse verwenden – aber als Genussmittel ist es leider verloren.

  • Hygrometer ins Curing-Glas legen und aktuelle Feuchte messen (Ziel: 58–62 %)
  • Bei zu trockenen Buds: Boveda oder Integra Boost Pack (62 %) ins Glas geben
  • Intensives Burping: in den ersten Wochen 2–3 Mal täglich je 30 Minuten lüften
  • Curing-Temperatur auf 18–20 °C senken und Dunkelheit sicherstellen
  • 4–8 Wochen Geduld: Chlorophyll-Abbau ist ein langsamer biochemischer Prozess
  • Stark verschimmeltes oder zu trockenes Material kann nicht mehr gerettet werden

Cannabis riecht nach Heu vermeiden: Das optimale Trocknungs- und Curing-Setup

Cannabis riecht nach Heu idealer Trockenraum
Ein idealer Trockenraum bietet gedämpftes Licht, stabile Temperatur und sanfte Luftbewegung ohne direkten Luftstrom auf die Blüte.

Der beste Weg, Heugeruch zu vermeiden, ist eine korrekte Trocknung von Anfang an. Hänge deine Buds oder ganzen Äste kopfüber in einem dunklen Raum bei 18–21 °C und 55–60 % relativer Luftfeuchtigkeit auf – wie du einen Trockenraum optimal einrichtest, erklärt der verlinkte Ratgeber im Detail. Ein kleiner Ventilator sorgt für Luftbewegung im Raum – aber niemals direkt auf die Buds gerichtet. Unter diesen Bedingungen dauert die Trocknung 10–14 Tage, manchmal bis zu 3 Wochen für besonders große Buds oder dichte Colas.

Die optimale Trocknung beginnt sogar vor der Ernte: Viele erfahrene Grower führen in den letzten 48 Stunden vor der Ernte eine komplette Dunkelphase durch. Das soll den Harzgehalt erhöhen und den Chlorophyll-Gehalt senken. Außerdem solltest du das Pflanzenmaterial sorgfältig trimmen – je weniger blättriges Material an den Buds verbleibt, desto weniger Chlorophyll muss später abgebaut werden. Trockenes Trimmen (nach der Trocknung) ist aufwändiger, schont aber die Trichome besser. Eine Übersicht aller typischen Fehler findest du in unserem Artikel zu Cannabis Trocknungsfehlern.

Sobald die Buds den Trockentest bestehen – Stiele brechen mit hörbarem Knack, Buds fühlen sich außen trocken an – kommen sie in luftdichte Glasgefäße. Fülle die Jars zu etwa 75 % – nie randvoll. Lege sofort ein kleines Hygrometer ins Glas und überprüfe nach 12 Stunden den Wert. Sollte er über 70 % liegen, nehme die Buds heraus und lasse sie eine weitere Stunde an der Luft nachtrocknen. Werte zwischen 58–62 % sind ideal für den Curing-Prozess.

Für alle, die ihren Grow professionell aufstellen möchten: Ein separater Trocknungsraum oder eine Trocknungsbox ist eine der besten Investitionen. Alternativ kann auch ein leeres Grow-Tent mit kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit verwendet werden. Wer in einem ausführlichen Cannabis Indoor Anbau Guide nachliest, wird feststellen, dass die Nacherntebehandlung genauso wichtig ist wie der Anbau selbst – Trocknungs- und Curing-Setup verdienen dieselbe Sorgfalt wie die Beleuchtung oder das Nährstoffmanagement.

  • Trocknungsraum: 18–21 °C, 55–60 % rF, dunkel, schwache indirekte Luftbewegung
  • Trocknungsdauer: mindestens 10–14 Tage, nie kürzer als 7 Tage
  • Stiele-Test: Stiele müssen hörbar brechen, nicht biegen
  • Curing-Jars maximal zu 75 % füllen, nie überfüllen
  • Hygrometer im Glas: Zielwert 58–62 % rF
  • Burping-Routine: Woche 1–2 täglich, danach alle 2–3 Tage
  • 48-Stunden-Dunkelphase vor der Ernte kann Chlorophyll-Gehalt senken
  • Trimmen vor oder nach Trocknung – je weniger Blattmaterial, desto weniger Chlorophyll

Heugeruch versus normaler Curing-Geruch: So erkennst du den Unterschied

Cannabis riecht nach Heu Vergleich optimal gecurt blass grasig
Optimal gecurte, aromatische Buds (links) im Vergleich zu blassen, grasig riechenden Buds mit Curing-Fehlern (rechts).

Frisch getrocknetes Cannabis riecht immer etwas grasig – das ist normal und kein Grund zur Panik. In den ersten 1–2 Wochen des Curings ist ein leichter Heugeruch, vermischt mit dem sortentypischen Aroma, völlig normal. Das Chlorophyll wird noch abgebaut, die Terpene stabilisieren sich. Erst wenn nach 3–4 Wochen consequentem Curing der Heugeruch immer noch dominiert und kein sortenspezifisches Aroma durchkommt, liegt ein echter Fehler vor.

Gesundes Curing erkennst du daran, dass der Geruch beim Öffnen der Jars täglich etwas komplexer und angenehmer wird. Manche Grower beschreiben diesen Prozess als ‚erwachen‘ des Aromas. Frucht-, Erd-, Kiefern- oder Blumennoten werden zunehmend deutlicher. Bleibt das Gras oder Heunoten dominant ohne diesen Wandel, ist etwas schiefgelaufen.

Ein untrügliches Warnsignal ist auch ein ammoniakartiger oder fermentierter Geruch beim Öffnen der Jars. Das bedeutet, die Buds wurden zu feucht eingelagert und Bakterien oder Schimmel beginnen zu arbeiten. Hier muss sofort gehandelt werden: Jars öffnen, Buds herausnehmen und sofort auf Schimmelspuren untersuchen. Im Zweifelsfall lieber wegwerfen, als verschimmeltes Cannabis zu konsumieren. Für eine detailliertere Übersicht aller möglichen Probleme nach der Ernte lohnt sich ein Blick in den Cannabis Diagnose Hub.

Wichtig zu wissen: Die Farbe der Buds gibt ebenfalls Hinweise. Korrekt gecurte Buds behalten ihre satten Grün- und Violetttöne mit sichtbaren, klaren bis bernsteinfarbenen Trichomen. Buds, die zu schnell getrocknet wurden und Heu riechen, wirken oft blasser, gelblicher oder bräunlicher und die Trichome erscheinen matter. Das liegt daran, dass derselbe oxidative Prozess, der Terpene abbaut, auch die Chlorophylle und Carotine zerstört.

  • Leichter Heugeruch in den ersten 2 Wochen des Curings ist normal
  • Problemzeichen: Nach 3–4 Wochen Curing dominiert immer noch Heu- oder Grasgeruch
  • Positives Zeichen: Geruch wird täglich beim Burping komplexer und angenehmer
  • Warnzeichen: Ammoniak- oder fermentierter Geruch = zu feuchte Lagerung, Schimmelgefahr
  • Blasse, gelbliche Buds nach dem Trocknen deuten auf zu schnellen Trocknungsprozess hin
  • Klare bis bernsteinfarbene Trichome = korrektes Curing; matte Trichome = Qualitätsverlust

Cannabis riecht nach Heu: Sonderfälle und häufige Missverständnisse

Cannabis riecht nach Heu Grower riecht am Curing-Glas
Der Geruchstest beim täglichen Burping verrät viel darüber, ob das Curing auf dem richtigen Weg ist.

Ein häufiges Missverständnis: Manche Grower glauben, das Ausschneiden von Blättern noch am lebenden Stiel (‚wet trim‘) führe automatisch zu weniger Chlorophyll und besserem Geruch. Das stimmt nur bedingt. Wenn das Pflanzenmaterial nach dem nassen Trimmen zu schnell trocknet, weil weniger Blätter als natürliche Feuchtigkeitsbarriere vorhanden sind, kann das sogar kontraproduktiv sein. Dry Trimming – also erst nach der Trocknung schneiden – gibt den Buds mehr Zeit und Schutz für einen langsamen, kontrollierten Prozess.

Eine weitere häufige Frage: ‚Kann ich meine Buds im Ofen bei niedriger Temperatur schnell trocknen?‘ Die Antwort ist ein klares Nein. Schnelltrocknung durch Wärme – ob Ofen, Mikrowelle oder andere Methoden – verhindert jeden enzymatischen Chlorophyll-Abbau, zerstört Terpene und Cannabinoide und produziert hartes, unangenehm riechendes Material. Diese Methoden sind nur für absolute Notfälle akzeptabel, wenn man einen kurzen Test-Hit machen will – für die Lagerung und Qualität sind sie inakzeptabel.

Manche Sorten duften auch nach ordentlichem Curing eher erdig oder würzig als nach fruchtigen Terpenen – das ist sortenbedingt und kein Fehler. Der Unterschied zwischen einem sortentypischen, diskreten Aroma und echtem Heugeruch ist aber fast immer deutlich spürbar. Wenn du unsicher bist, ob dein Problem ein Curing-Fehler oder eine schlicht aromatisch dezente Sorte ist, vergleiche mit getrockneten Buds aus einer anderen Quelle oder frage in der Community nach.

Abschließend noch ein Wort zur Geduld: Qualitatives Cannabis braucht Zeit. Viele der besten Ergebnisse werden nach 6–8 Wochen Curing erzielt, manche Sorten entfalten ihr volles Potenzial sogar erst nach 3–4 Monaten. Der Drang, frühzeitig zu konsumieren, ist verständlich – aber wer einmal einen Batch nach ordentlichem langen Curing probiert hat, wird nie wieder zu früh öffnen wollen. Wer außerdem beim Anbau selbst auf die richtigen Cannabis gelbe Blätter Ursachen achtet und Stressfaktoren minimiert, bringt gesünderes Pflanzenmaterial in die Ernte – was die Curing-Qualität erheblich verbessert.

  • Wet Trim ist nicht automatisch besser – Dry Trim schützt Buds vor zu schneller Austrocknung
  • Schnelltrocknung durch Ofen oder Mikrowelle zerstört Terpene und verhindert Chlorophyll-Abbau
  • Sortentypische dezente Aromen sind kein Fehler – echter Heugeruch ist es
  • Optimale Curing-Dauer: mindestens 2 Wochen, besser 4–8 Wochen, manche Sorten profitieren von 3–4 Monaten
  • Gestresstes Pflanzenmaterial enthält mehr Chlorophyll und riecht stärker nach Heu
  • Belüftung der Jars muss auch nach Monaten gelegentlich stattfinden

Häufig gestellte Fragen

Warum riecht mein Cannabis nach dem Trocknen nach Heu?

Der Heugeruch entsteht, weil das in der Pflanze enthaltene Chlorophyll nicht vollständig abgebaut wurde. Das passiert meistens, weil die Trocknung zu schnell, zu heiß oder mit zu viel Luftzirkulation direkt auf die Buds ablief. Enzymatische Prozesse, die normalerweise das Chlorophyll abbauen, werden dabei unterbrochen. Langsames Trocknen bei 18–21 °C und 55–60 % rF sowie korrektes Curing in verschlossenen Glasgefäßen mit täglichem Lüften löst das Problem in den meisten Fällen.

Kann ich Cannabis, das nach Heu riecht, noch retten?

Ja, in vielen Fällen ist eine Rettung möglich. Lege die Buds in luftdichte Glasgefäße mit einem Hygrometer und bring die Feuchtigkeit auf 58–62 % (notfalls mit einem Boveda 62 %-Pack). Lüfte die Jars täglich für 15–30 Minuten und lagere sie bei 18–20 °C im Dunkeln. Nach 3–6 Wochen konsequentem Curing lässt der Heugeruch meist merklich nach. Buds, die bereits schimmelig oder vollständig ausgetrocknet sind, können allerdings nicht mehr gerettet werden.

Wie lange muss Cannabis gecurt werden, um nicht mehr nach Heu zu riechen?

Als Minimum gilt: 2 Wochen korrektes Curing nach der Trocknung, deutlich bessere Ergebnisse erzielen viele Grower mit 4–8 Wochen. Manche Sorten – vor allem dichte Indicas oder stark chlorophyllhaltige Genetics – brauchen bis zu 3–4 Monate, um ihr volles Aroma zu entfalten. Je schlechter die Ausgangsbedingungen der Trocknung waren, desto länger muss gecurt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Heugeruch und normalem frischem Cannabis-Geruch?

Frisch geerntetes Cannabis riecht immer etwas grasig oder grün – das ist normal. In den ersten 1–2 Wochen des Curings ist ein leichter Heugeruch zu erwarten. Von einem Problem spricht man dann, wenn nach 3–4 Wochen Curing kein sortenspezifisches Aroma durchkommt und der Heugeruch noch immer dominiert. Korrekt gecurte Buds riechen mit der Zeit komplexer: Frucht-, Erd-, Kiefern- oder Blumennoten werden stärker, Heu und Gras treten in den Hintergrund.

Ist Schnelltrocknung im Ofen eine Option, wenn Cannabis nach Heu riecht?

Nein, auf keinen Fall. Schnelltrocknung durch Ofenwärme, Mikrowelle oder andere Hitzequellen zerstört Terpene und Cannabinoide und verhindert jeden weiteren Chlorophyll-Abbau. Das Produkt wird dadurch noch schlechter, nicht besser. Einzige Ausnahme: Du möchtest einen kleinen Quick-Test an einem einzelnen Bud durchführen und nimmst dabei bewusst Qualitätseinbußen in Kauf. Für die eigentliche Lagerung und das Curing ist Schnelltrocknung keine Option.

Welche Luftfeuchtigkeit sollte im Curing-Glas herrschen?

Der Idealwert liegt bei 58–62 % relativer Luftfeuchtigkeit im verschlossenen Glas. Werte über 70 % bedeuten Schimmelgefahr und erfordern sofortiges Handeln (Jars öffnen, Buds nachtrocknen lassen). Werte unter 55 % bedeuten, die Buds sind zu trocken für optimales Curing – hier helfen Boveda oder Integra Boost Packs mit 62 % Zielwert. Ein kleines digitales Hygrometer im Glas ist kein Luxus, sondern unverzichtbares Werkzeug für jeden ernsthaften Grower.

Warum riecht Cannabis nach dem Curing noch nach Chlorophyll, obwohl ich alles richtig gemacht habe?

Das kann mehrere Gründe haben: Erstens könnte die Sorte genetisch mehr Chlorophyll produzieren als andere. Zweitens könnte die Pflanze im Grow gestresst gewesen sein – Stressfaktoren wie Nährstoffmangel oder Lichtprobleme erhöhen den Chlorophyll-Gehalt. Drittens ist vielleicht einfach noch mehr Zeit nötig. Manche Genetics brauchen 3–4 Monate. Kontrolle des gesamten Grow-Prozesses, von der Cannabis Überdüngung bis zu Stressfaktoren, trägt nachhaltig zur Qualität des geernteten Materials bei.

Fazit

Cannabis, das nach Heu oder Chlorophyll riecht, ist ein klassisches Zeichen für Fehler bei der Trocknung oder dem Curing – meist zu hohe Temperaturen, zu schnelle Luftzirkulation oder mangelndes Burping der Curing-Jars. Mit dem richtigen Wissen lässt sich dieses Problem in vielen Fällen noch korrigieren: Optimale Feuchte von 58–62 % im Glas, konsequentes tägliches Lüften und genug Zeit (mindestens 2, besser 4–8 Wochen) können auch scheinbar hoffnungslose Chargen retten. Wer die Trocknung von Anfang an korrekt angeht – langsam, kühl, dunkel und mit Geduld – wird Cannabis ernten, das sein volles Terpenprofil entfaltet und lange aromatisch bleibt. Denk daran: Die Nacherntebehandlung ist genauso wichtig wie der gesamte Grow davor.

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